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Bilaterale Beziehungen Schweiz - Afghanistan
Die Schweiz hat Afghanistan, das 1917 vom britischen Protektorat zum unabhängigen Staat wurde, 1922 anerkannt. 1928 nahmen die beiden Länder diplomatische Beziehungen auf. Sie schlossen einen Freundschaftsvertrag und regelten die Niederlassungs- und Aufenthaltsrechte. Die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen blieben während den folgenden Jahrzehnten jedoch bescheiden. Hingegen zeugt die 1975 in Liestal (BL) gegründete Stiftung Bibliotheca Afghanica von einem starken Interesse an der afghanischen Kultur.
Kontinuität der Beziehungen
Als sowjetische Truppen 1979 in Afghanistan einmarschierten, drückte der Bundesrat seine Besorgnis aus. Die Schweiz pflegte indessen auch mit der von der Sowjetunion eingesetzten Regierung diplomatische Beziehungen. Gleichzeitig unterstützte sie die Arbeit des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) für die Kriegsopfer. Auch nach der Machtübernahme durch die Taliban brach die Schweiz die diplomatischen Beziehungen nicht ab. Sie unterhielt mit der neuen Regierung jedoch keine offiziellen Kontakte. Im Jahr 2000 schloss sie sich den von den Vereinten Nationen (UNO) erlassenen Sanktionen gegen das Taliban-Regime an, finanzierte aber weiterhin Projekte zu Gunsten der Not leidenden Bevölkerung.Humanitäres Engagement
2001 erfolgte der Sturz der Taliban-Regierung. Die Schweiz verstärkte umgehend ihr humanitäres Engagement. 2002 eröffnete die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit ein Koordinationsbüro in Kabul. Zudem beschloss der Bundesrat die Teilnahme an der von der UNO mandatierten internationalen Sicherheitstruppe für Afghanistan.
